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Das zwanzigste Türchen der #35C3 Memory Lane: Unter Terrorverdacht

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Das zwanzigste Türchen.

Die inflationäre Verwendung des Begriffs „Terror“ ist schwer zu ignorieren. Im Jahr 2007 jedoch gab Anne Roth auf dem Chaos Communication Congress einen persönlichen und bedrückenden Einblick in die Situation einer Familie, die plötzlich unter Terrorverdacht nach Paragraph 129a StGB steht.

In ihrem Vortrag „What is terrorism?“ zeigt sie, wie leicht man aufgrund vager Beschuldigungen des Inlandsgeheimdienstes mit Terrorvorwürfen konfrontiert wird und welche sehr realen Konsequenzen dieser Verdacht mit sich bringt: Über Monate werden von der Polizei Kommunikationswege von Familie und Freunden angezapft, das Wohnhaus videotechnisch überwacht, das Auto wird per GPS getrackt, Observationskräfte fahren in der U-Bahn mit.

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Anne Roth beim #24C3.

Nachdem ihr Partner, der Sozialwissenschaftler Andrej Holm, verhaftet worden war, verarbeitet Anne Roth ihre Erlebnisse und ihren Umgang mit der polizeilichen Überwachung in einem Blog und macht so öffentlich, welche Auswirkungen die Überwachung auf ihren Alltag hat und mit welchen teils skurrilen Mitteln sie sich ihr zu entziehen versucht oder sie sogar kreativ für ihre eigenen Zwecke nutzt. Die Vorwürfe gegen ihren Partner erwiesen sich nach langem Kampf unter Einbezug der Öffentlichkeit schließlich als haltlos – das macht die traumatisierenden Erlebnisse ihrer Familie aber nicht ungeschehen.

Das 17. Türchen der #35C3 Memory Lane: Das Telefonmodell auf dem Schreibtisch

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Das siebzehnte Türchen.

Beim Chaos Communication Congress werden Rekorde gebrochen: Ob das beim heutigen Türchenvortrag der Fall war, ist leider nicht mehr nachvollziehbar, aber eine 1,92 Gigabyte große Präsentation klingt zumindest rekordverdächtig. Mitgebracht hatten sie zum 29C3 Ang Cui und Michael Costello. Ihr Vortrag „Hacking Cisco Phones“ war nicht nur reich an selbstgemalten Folien, sondern auch vollgepackt mit Informationen. In rasantem Tempo stellten sie vor, wie sie Peripheriegeräte durch eine Schwachstelle in einem weitverbreiteten Telefon von Cisco angreifen konnten.

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Ang Cui, Michael Costello und das Cisco-Telefon auf dem #29C3.

Besonders löblich: Sie spendeten ihre Geräte der Hardware-Hacking-Area, um auch anderen auf dem Congress zu ermöglichen, ihren Hack nachzuvollziehen. Nicht wenige Zuhörer dürften nach dem Congress an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sein und exakt dieses Telefonmodell auf ihrem Schreibtisch gefunden haben. Hacks wie die von Cui und Costello zeigen drastisch und trotzdem unterhaltsam, weshalb wir bei der Wahl der Technik, mit der wir uns umgeben, darauf achten sollten, was sie kann und was nicht.

Autism support @ #35C3

(English version below)

So schön der Congress auch ist: Er kann auch erschlagend sein. Für Menschen (nicht nur) im autistischen Spektrum kann das eine besondere Herausforderung sein. Das Team c3auti lässt Euch damit nicht allein.

In Zusammenarbeit mit dem Awareness Team und dem CERT steht c3auti Euch an allen vier Congresstagen auf Wunsch zur Seite. Wir unterstützen in besonderen Situationen, stellen bei Bedarf Ruheräume zur Verfügung und sind an allen Tagen mit mehreren Helfern vor Ort.

Sprecht uns an, wenn Ihr im autistischen Spektrum seid. Wir können dann gemeinsam schon im Vorfeld individuelle Lösungen für Euch finden. Oft ist es einfacher, die Ansprechpartner vorher zu kennen und zu wissen, an wen man sich wenden kann. Zögert also bitte nicht, uns kennenzulernen.

Für Eure langfristige Planung könnt Ihr uns auch schon jetzt via E-Mail und Twitter erreichen (DM sind offen). Wir werden versuchen, Euch bestmöglich zu unterstützen.

Ihr erreicht uns über die folgenden Kommunikationswege:

  • DECT 1199
  • Telefon +49 4644-38299-1199
  • Mail support@c3auti.de
  • Twitter @c3auti
  • help.ccc.de/c3auti

Auf unserer Team-Seite bei help.ccc.de findet Ihr unsere ausführliche Team-Vorstellung: Wer wir sind, wobei wir Euch helfen & wie wir Euch helfen.


As wonderful as Congress is, it can be overwhelming at times. For people in the autistic spectrum, this can be a challenge. The c3auti team is dedicated to support you if this is the case.

In close coordination with the Awareness Team and the CERT, c3auti is ready to support you on all 4 days of 35C3. We assist in challenging situations or provide a silent refuge if one is needed.

Please don’t hesitate to contact us if you are in the autistic spectrum. Together, we can work on individual solutions for you. Sometimes it is easier to know a contact person beforehand, so please don’t hesitate to contact us now.

For your planning, you can already reach us now via E-Mail and Twitter PM. We will do our best to support you.

On site, you can contact us via the following means:

  • DECT 1199
  • Phone +49 4644-38299-1199
  • Mail support@c3auti.de
  • Twitter @c3auti
  • help.ccc.de/c3auti

On our team’s site at help.ccc.de you can find our detailed introduction: Who we are and how we can support you.

Bild: Thorsten Schröder, CC BY 2.0.

Das 13. Türchen der #35C3 Memory Lane: Reden ist Silber

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Das dreizehnte Türchen.

Nachdem wir mit dem gestrigen Türchen mehr über die polizeiliche Ausspähung unserer Geräte gelernt haben, geht es heute darum, wie wir mit einer physischen Konfrontation mit Polizei und Staatsanwaltschaft am besten umgehen. Udo Vetter, Rechtsanwalt und Blogger auf dem preisgekrönten „law blog“, hielt dazu auf dem 23C3 den sehr anschaulichen und erheiternden Vortrag „Sie haben das Recht zu schweigen“. Er entwickelte sich über die Jahre zu einem der meistgesehenen Congress-Vorträge überhaupt und fast zu einem zeitlosen Klassiker.

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Udo Vetter auf dem #23C3.

Mit wenigen juristischen Fachtermini erklärt Vetter unter reger Publikumsbeteiligung, was eigentlich ein Verdacht ist und warum Computer manchmal gehen und nie wiederkommen. Warum finden Durchsuchungen oft in den frühen Morgenstunden statt, an welche goldene Regel sollte man sich erinnern, wenn man so unsanft geweckt wird?

Der Titel des Vortrags ist: Sie haben das Recht zu schweigen. Als Strafverteidiger kann ich dazu nur sagen: Nehmen Sie dieses Recht in Anspruch, und damit ist der Vortrag zu Ende.

Zu Ende ist der Vortrag damit natürlich nicht, und auch das Thema Durchsuchungen ist leider so aktuell wie eh und je. Das zeigt ein Blick in den Fahrplan des 35C3: Dort werden Jens Kubieziel und Kristin Pietrzyk im Vortrag „Verhalten bei Hausdurchsuchungen“ auf einen aktuellen Fall des Jahres 2018 und ihre Erfahrungen im Umgang mit der Staatsmacht geben.

Das elfte Türchen der #35C3 Memory Lane: Ausflug ins 18. Jahrhundert

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Das elfte Türchen.

Auf dem 29C3 unternahmen die in Wales ansässigen Wissenschaftler Anne und Richard Marggraf-Turley mit ihrem Publikum einen Ausflug ins ausgehende 18. Jahrhundert. Anhand der Erlebnisse dreier Dichter der englischen Romantik zeigen sie mit ihrem Vortrag „Romantic Hackers“, dass staatliche Überwachung keineswegs ein Phänomen der Gegenwart ist, sondern bereits vor über zweihundert Jahren juristisch vorbereitet wurde und für viele strafrechtliche Konsequenzen nach sich zog. Nicht zuletzt stammt Jeremy Benthams Idee des Panopticons ebenfalls aus der Zeit der Romantik.

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Richard Marggraf-Turley und Anne Marggraf-Turley auf dem #29C3.

In ihrem Vortrag erzählen die beiden Forscher, mit welchen Hacks die drei Romantiker sich dem gesellschaftlichen Druck und der staatlichen Überwachung entziehen konnten und was wir heute noch davon lernen können. In einer Nebenrolle der Geschichte: Lord Byron, dessen Tochter Ada Lovelace später als die erste Person in die Geschichte einging, die einen Algorithmus veröffentlichte.

We are talking about communities that were traumatically divided, haunted by surveillance and by the phantom of conspiracy […] In fact, it was the romantic poets that gave an emotional vocabulary to these issues. This emotional vocabulary retains its relevance as we attempt to calibrate our own responses to widening state surveillance today, and arguably at a time when the contract between the state and society is under assault in ways it hasn’t been since the 1790ies.

Das fünfte Türchen der #35C3 Memory Lane: Die Module spieln verrückt

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Das fünfte Türchen.

Dass die Computerei kein Nischenphänomen mehr ist, dürfte sich schon länger herumgesprochen haben. Aber dass sie sich schon seit Jahren und sogar Jahrzehnten als Topos in diversen Genres der Populärmusik wiederfindet, ist vielleicht weniger bekannt. Johannes Grenzfurthner, Künstler des monochrom-Kollektivs aus Österreich, verpasste den anwesenden Nerds auf dem 24C3 in seinem Vortrag „I can count every star in the heavens above, but I have no heart, I can‘t fall in love“ eine musikalische Schocktherapie und sang und tanzte sich durch seinen Vortrag zu Computern in Popsongs.

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Johannes Grenzfurthner gibt beim #24C3 alles.

In einer Zeitreise vollzieht er die Geschichte des Pop nach, in der Computer nicht nur Instrument, sondern auch zum Objekt von Liedern wurden, die teils von Technikfurcht geprägt sind, teils an Technomanie grenzen. Wer einen Amiga hat und wem das Glück aus der Kartei fällt, davon könnt ihr alle nach dieser vorzüglichen Unterhaltung ein Lied singen.

Von dem musikalischen Fieber gepackt? Dann könnt auf dem 35C3 dem CCChor beitreten!

Das dritte Türchen der #35C3 Memory Lane: Hallo, liebes Chaos!

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Das dritte Türchen.

Neben sehr technischen und detailverliebten Vorträgen wagen die Vortragenden auf dem Chaos Communication Congress immer wieder den Blick über den Tellerrand hinaus und auf das große Ganze. So tat es auch der aus Graz stammende Schriftsteller Peter Glaser im Jahr 2005: Glaser, eines der wenigen Ehrenmitglieder des CCC, beleuchtet auf dem 22C3 die Lage der vermeintlichen Informationsgesellschaft, mit der seit der Mitte des letzten Jahrhunderts so große Hoffnungen für die Offenheit und Transparenz von Politik und Gesellschaft verknüpft werden:

Ich versuche einen Streifzug durch die Geschichte und die modernen Erscheinungsformen des Geheimnisses, weil ich glaube, dass es gefährlich ist, immer nur von Information zu reden, ohne das Gegenteil von Information genauso aufmerksam mit in Betracht zu ziehen. […] Mit dem 11. September hat das Geheimnis wieder sein Haupt erhoben, oder anders ausgedrückt: Information wird nun mit einer beunruhigenden neuen Qualität unzugänglich gemacht, zum Verschwinden gebracht […].

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Peter Glaser beim #22C3.

Die Gründe für das Verschwinden von Information, die Glaser in seinem Vortrag „Das Geheimnis – Reloaded“ ausmacht, sind unterschiedlich und reichen von politischem Willen bis hin zu technischer und planerischer Unfähigkeit. Sie alle sind heute, da Desinformation und sogenannte Fake News in aller Munde sind, so aktuell wie vor dreizehn Jahren. Wie sich Datenbanken in Datenbestattungsanlagen verwandeln, warum Datenarchäologie ein Berufszweig mit Zukunft ist und was Informationen mit Pommes gemein haben, erzählt Glaser hier:


Neben dem Video sind auch zwei Audiodateien verfügbar.

13. und 14. Oktober 2018: Vintage Computing Festival Berlin

Am kommenden Wochenende veranstalten der Berliner Hackerspace AfRA gemeinsam mit dem Deutschen Technikmuseum und dem Fachbereich Medienwissenschaft der HU Berlin das fünfte Vintage Computing Festival Berlin (VCFB). Auf dem VCFB dreht sich alles um historische Computer, Software und Peripherie. In Ausstellungen und Vorträgen präsentieren Sammler, Bastler und Museen ihre historischen Computer-Schätze und neu gebastelten Erweiterungen.

Fast alle Ausstellungen zeigen lauffähige Rechner, die auch selbst ausprobiert werden können. Das Thema der diesjährigen Sonderausstellung ist “Grafische Benutzeroberflächen”, dort wird es GUIs für Systeme aller Art zu sehen geben – von PDAs über Homecomputer bis zu Unix-Rechnern. Neben den Vorträgen auf dem VCFB gibt es auch wieder eine von der HU Berlin organisierte Kurztagung, diesmal anlässlich des 50. Geburtstags der “Mother of all Demos” zum Thema “Computer-Demos”. Auch den Game Room mit unzähligen historischen Computerspielen wird es wieder geben. In drei Workshops können Kinder kleine Roboter basteln oder mit Farbe programmieren. Für die Großen gibt es am Samstag, den 13. Oktober ab 21 Uhr eine Chiptune-Party, auf der Gregoa, Thunder.Bird und irrlicht project die Bits zum Wackeln bringen. Wer dann immer noch nicht müde ist, kann auch noch die Ausstellungen des Technikmuseums in der Ladestraße ansehen, der Eintritt ist dort während des VCFB frei.

Das VCFB findet statt am 13. und 14. Oktober 2018 in Halle 5 und 6 in der historischen Ladestraße (Zugang über Möckernstr. 26, 10963 Berlin). Der Eintritt ist frei. Für alle, die nicht kommen können, gibt es hinterher die Vortragsaufzeichungen auf media.ccc.de. Wir haben auch ein DECT-Netzwerk, also registriert euch eine Nummer und bringt ein DECT-Telefon mit. Mehr Infos sind zu finden unter vcfb.de.

Hacken Open Air

Luftbild Hacken Open Air 2017

Hacken Open Air 2017, CC-BY 4.0 DooMMasteR

English version below.

Ist eure Campingausrüstung schon wieder eingestaubt? Das Hacken Open Air schafft auch dieses Jahr Abhilfe! Vom 02.08. – 05.08. versammeln wir uns auf einem Campingplatz unweit der Metropole Braunschweig: Wir hacken gemeinsam in familiärer Atmosphäre unter Himmels- und Veranstaltungszelt, wir kochen, genießen Musik und Tschunks, verbreiten Chaos und haben gemeinsam Spaß.

Die neue Location auf dem Waldcampingplatz Glockenheide verspricht mehr Natur und weniger Züge. Um euch echtes Internet ins Neuland zu bringen, bieten wir dieses Jahr FTTT – Fiber to the Tent. Trage dich auf der Warteliste ein, um in diesen unbeschreiblichen Genuss von echtem Internet zu kommen!

Wir, der Hackerspace Stratum 0, laden euch ein, vier unvergleichliche Tage lang mit 120 Gleichgesinnten zu campen. Packt eure Zelte, Hängematten und Kabeltrommeln aus! Wir sehen uns.

Mehr Infos unter https://hackenopenair.de.


English version:

Is your camping equipment collecting dust again? Do you like hacking in the wild? Experimental cooking? Enjoying music with some tschunk-cocktails? Spreading a bit of good-natured chaos and having fun together with friendly people? Then Hacken Open Air might just be the thing for you! We at the Stratum 0 hackerspace invite you to camp with 120 like-minded people for four exceptional days. We will be staying on a campground in the woods, not far from the metropolis of Braunschweig, from 02.08. to 05.08.

Our new location promises far more nature and far less trains. To bring you real internet we will provide you with FTTT – Fiber to the Tent. Put yourself on the waiting list for this new experience!

So unpack your tents, hammocks and cable drums and come make some friends at Hacken Open Air!

More information at https://hackenopenair.de/en.html.

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