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Von Patent-Trollen und indischem Reis

patent wars

Mit Patenten verbindet man gemeinhin die Namen bedeutender Erfinder wie Thomas Alva Edison oder Alexander Bell. So ging es auch Filmemacherin Hannah Leonie Prinzler. In ihrem Dokumentarfilm The Patent Wars will sie das Patentwesen genauer erforschen und stößt auf eine bizarre Parallelwelt, in der vor allem die Gesetze des gefürchteten “Marktes” gelten.

Ausgangspunkt ist die Frage, warum Teile unserer Gene patentiert werden können. Mit ihrer Kamera macht sich Prinzler auf in die vermeintliche Papierwüste verschiedener nationaler Patentsysteme und begibt sich auf eine Reise um die halbe Welt, um mit den Menschen zu reden, die von den Patentkriegen profitieren, aber auch denen, die darunter zu leiden haben. Rund zwanzig Prozent der menschlichen Gene waren in den USA bereits patentiert und konnten somit nur noch von den Rechteinhabern wirtschaftlich genutzt werden, beispielsweise um Tests zur frühzeitigen Krebsdiagnose anzubieten. Erst im Juni 2013 – also während der Dreharbeiten zu “The Patent Wars” – setzte ein Beschluss des Supreme Court diesem Treiben ein Ende.

Bei den Dreharbeiten zu “The Patent Wars” stößt Prinzler auf vermeintlich innovative Patente, die jedoch jahrhundertealte Yoga-Posen oder Reissorten lizenzieren wollen, auf Creative-Commons-Autoschrauber, auf Mobiltelefone, die von tausenden Patentschriften umzingelt sind, auf Anleitungen für Patent-Trolle und strategisch plazierte “intelligente Bomben” in Form von perfide formulierten “patent claims”. All das formt sie zu einem spannenden und zugleich informativen Film, der nachdenklich macht, aber auch komische Momente hat.

“The Patent Wars” wagt den Einblick in ein Patentelabyrinth, das irgendwann aus dem Ruder gelaufen ist und schon längst alles andere als innovations- und gesellschaftsfördernd ist, sondern vielmehr Erfinder und Start-ups ausbremst und Länder der Dritten Welt dazu verdammt, teure, veraltete oder eben keine Medikamente zur Verfügung zu haben und mehr Lizenzgebühren an Firmen aus Erstweltstaaten zu zahlen, als Entwicklungshilfe ins Land fließt.

Den Film gibt es in Deutsch und Englisch. Und das Beste ist: Am Dienstagabend um 22.55 Uhr wird die Fernsehversion von “The Patent Wars” auf arte ausgestrahlt und ist danach auch (bis zur Depublizierung) in der arte-Mediathek zu finden. Es ist eine ästhetisch anspruchsvolle Doku, die übrigens auch durch die zauberhafte Stimme der Filmemacherin besticht.

Wer sich diesen Film nicht anschaut, ist selber schuld! :}

 

Illustration von Ephemeral Scraps

A film by Alexander Biedermann: Hacker

On the third day of the Congress at 3 pm, Berlin cinema Babylon (Berlin-Mitte, Rosa-Luxemburg-Str. 30) will air the film “Hacker”. This documentary film sheds light on the modern myth of the hacker and the very active and not at all hidden German hacker scene. Shot between December 2008 and February 2009 in Berlin, Hamburg, Munich, Tokyo and Frankfurt, some of the founding fathers of the Chaos Computer Club (CCC) are portrayed.

Director Alexander Biedermann will be in the cinema as well as some of the protagonists of the film. An unique journey to the world of hackers exclusively for guests of the Chaos Communication Congress. Call +49 – (0)30 – 24 25 969 for ticket reservation.

By the way, there are English subtitles. :}

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