SIGINT09 - final8

SIGINT 2009
22. - 24. Mai, Köln

Speakers
Philip Steffan
Schedule
Day The Future of Everything - 2009-05-24
Room Vortragsraum (MP6)
Start time 12:00
Duration 01:00
Info
ID 3197
Event type Lecture
Language used for presentation German
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Es gibt keinen Löffel? Dann druck doch einen neuen aus!

How the internet, open source and fabbing are making everyone a maker.

Das Internet hat die Verbreitung von Wissen und Kreativität demokratisiert. Wie schaffen wir es, diese Möglichkeiten der digitalen Welt auch auf die Produktion von echten Gegenständen auszuweiten (und warum können unsere Großeltern uns dabei helfen)?

Vor langer, langer Zeit war jeder ein Selber-Macher, die Menschen bauten einfach die Dinge, die sie brauchten und sie benutzten dazu Werkzeuge, die sie ebenfalls selbst gemacht hatten. Wenn man einige Tausend Jahre in die Zukunft springt (ins späte 20. Jahrhundert) stellt man fest, dass fast niemand mehr seine eigenen Werkzeuge oder Gegenstände selbst macht.

Die Objekte sind zu komplex geworden, um noch von Hand gemacht zu werden. Die Werkzeuge sind zu teuer oder zu komplex (oder beides). Die Anleitung, wie man etwas bestimmtes bauen kann, ist manchmal einfach, manchmal schwer, aber die wenigsten interessiert es: Alle Dinge werden in Fabriken hergestellt und ihre Baupläne sind geheim oder richten sich nur an sogenannte "Experten".

Moderne Computertechnik und das Internet haben alles Immaterielle bereits wieder in die Hände von Jedermann/-frau zurückgebracht: Journalismus, Wissensweitergabe, Bildung und Kommunikation. Alles Digitalisierbare ist digitalisiert.

Aber Werkzeuge kann man nicht herunterladen, Gegenstände nicht ausdrucken. Oder doch?

3D-Drucker und universelle Fertigungsmaschinen ("fabbing machines") existieren bereits. Sie sind noch sehr teuer, basieren auf traditioneller "Closed Source"-Entwicklung und werden hauptsächlich an Firmen vermarktet.

Die Open-Source-Nachfolger sind aber auch schon da: RepRap, Fab@Home und Makerbot versprechen, die erste Welle der "Replikatoren" zu sein, die in der Zukunft bei jedem zuhause stehen könnten. Wenn dir ein Löffel fehlt, lade ihn einfach herunter und drucke ihn aus.

Wahrscheinlich braucht derzeit nicht jeder einen "Fabber" bei sich zuhause: Eine Maschine in deiner Nähe könnte ausreichen. Das könnte so anonym funktionieren wie ein Copy-Shop oder ein Waschsalon. Würde das den sozial vernetzen Menschen von heute ausreichen?

Vermutlich nicht. Also sollte so ein Ort auch ein "Coworking"-Space sein, eine Werkstatt und ein Labor. Ein kreatives Zentrum, in dem die Fabbing-Maschine nur eine Methode darstellt, Ideen aus dem digitalen Raum anfassbar zu machen. Solche Orte (manchmal auch Hackerspaces genannt) werden unvermeidlich auf der ganzen Welt entstehen: Die weltweite Wirtschaftskrise wird die Etablierung solcher kleinen und flexiblen Einrichtungen eher noch beschleunigen.

Im Internet sammeln Sites wie thingiverse.com bereits digitale Abstraktionen von Objekten aus der "Dingwelt", die zum Download und zur Replikation bereitstehen. Dienste wie ponoko.com ermöglichen es, dass man Konstruktionspläne von Einzelstücken, z.B. Möbeln hochlädt, die dann hergestellt werden und die man zugesandt bekommt - auch eine neue Chance für lokale Handwerks- und Zulieferbetriebe.

Der Vortrag soll einen Überblick über die technischen Möglichkeiten von heute (und morgen) verschaffen und jeden dazu anregen, sich an dieser Entwicklung zu beteiligen.

(Description in english:)

If there is no spoon, just print a new one: How the internet, open source and fabbing are making everyone a maker.

The internet has democratized the distribution of knowledge and creativity. How can we extend this from the digital domain towards the production of real world objects (and why can our grandparents help us doing that)?

Back then (way back) everyone was a maker and people made the objects they needed, using the tools they also produced themselves. Fast forward a few thousand years (to the late 20th century), and almost nobody makes their own tools or goods any more.

The objects have become too complex to be made by hand. The tools are too expensive or too complex (or both). The instructions how to make a certain thing might be simple or hard, but few people care: Things are made in factories and their recipes are secret or only to be handled by "experts".

Computer technology and the internet have already handed down all intangible stuff back into the hands of the people: publishing, learning and communication. Everything digitizable has been digitized.

But tools cannot be downloaded and objects cannot be printed. Or can they?

3D printers, universal fabrication ("fabbing") machines already exist. They are still expensive, rely on traditional "closed source" engineering and are mostly marketed to business customers.

Their open source successors are already here: RepRap, Fab@Home and Makerbot promise to be the first wave of "replicators" that might come to everyone's home in the future. If you need a spoon, just download and print it.

Probably not everybody needs a fabber at home right now: One machine might be enough for the neighbourhood. It could be an anonymous business like a copy shop or a laundromat. Would that be enough for today's social happy folks?

Most likely not. So it would need to be a coworking space, a workshop and a lab as well. A creative hub where the fabbing machine is just a means to transfer ideas from the digital to the tangible domain. Places like this (sometimes called a hackerspace) will almost inevitably come up around the world: The global economic crisis will even accelerate the establishment of small and flexible outfits.

On the internet, sites like thingiverse.com already collect digital abstractions of real-world objects that can be downloaded and replicated. Services like ponoko.com allow you to upload your plans for one-of-a-kind objects like furniture which is then produced and sent to you, possibly a new chance for local industry suppliers and craftsmen.

The talk will give an overview of today's (and tomorrow's) technological possibilities and is set to encourage everyone to take their part in this development.