SIGINT09 - final8

SIGINT 2009
22. - 24. Mai, Köln

Referenten
Waltraud Blischke
Programm
Tag Pranks, Bugs, and Insecurities - 2009-05-23
Raum Konferenzraum (MP6)
Beginn 22:00
Dauer 01:00
Info
ID 3195
Veranstaltungstyp Vortrag
Sprache der Veranstaltung deutsch
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The Art Of Sound Hacking.

Eine musikalische Reise zu den kreativen Banalitäten des Alltags.

"Home Made Sound Electronics" und der Eingriff mittels Lötkolben im Hardware Hacking sind eine Methode im künstlerischen Gestaltungsprozess und auch als Antwort auf die etablierte, nach Imitation und klangliche Perfektion strebende Musikindustrie zu verstehen. Darüber hinaus versprechen ungewöhnliche Quellen für Sampling-Techniken oder selbstgebaute Instrumente eine Normverletzung gängiger Hörgewohnheiten. Diese Strategie der Zweckentfremdung bringt damit jeden erdenklichen Alltagsgegenstand zum Tönen und biegt ihn als vorübergehendes Instrument zurecht. So werden selbst ausgediente Veteranen des technologischen Zeitalters wie Nadeldrucker für eigens kreierte Symphonien angesteuert, Popsongs oder Geräusche aus Schönheits-OPs klanglich verwurstet . Aber worin liegt der Mehrwert bei technischen Modifikationen angesichts der Subversion und Aneignung in den Klangkarambolagen des Bootlegging und warum ist nicht jeder "Für Elise" spielende Scanner ein orginärer Komponist?

Mit ausgewählten Musikbeispielen u.a. von Voice Crack, Das Erste Wiener Gemüseorchester, Matmos, The User, Quarta 330, Modified Toy Orchestra, Electric Family, George Coleman.

Mit "Home Made Sound Electronics" wird zumeist jene Kunstfertigkeit angesprochen, den banalsten Geräten der Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik ungewohnte Klänge, ja sogar ganze Kompositionen zu entlocken. Der Eingriff mittels Lötkolben im Hardware Hacking stellt dabei nur eine Methode unter einer Fülle von künstlerischen Gestaltungsprinzipien dar.
Der Home Made Bereich ist auch eine Antwort auf die etablierte, nach Imitation und klangliche Perfektion strebende Musikindustrie und wahrscheinlich nicht minder ein Befreiungsversuch der Protagonisten, sich von den standardisierten Geschmacksdogmen und der Reproduzierbarkeit zu lösen, indem die Musikentwicklung in den Grenzbereich von Klang und Geräusch katapultiert wird. Die Strategie der Zweckentfremdung bringt damit jeden erdenklichen Alltagsgegenstand zum Tönen und biegt ihn als vorübergehendes Instrument zurecht. So werden selbst ausgediente Veteranen des technologischen Zeitalters wie Nadeldrucker für eigens kreierte Symphonien angesteuert. Darüber hinaus versprechen ungewöhnliche Sound-Quellen für Sampling-Techniken, Circuit Bending oder selbstgebaute Instrumente eine Normverletzung gängiger Hörgewohnheiten und Anwendungsformen. Die Frage stellt sich dabei, ob bestimmte Techniken nicht Gefahr laufen, lediglich rein experimentellen Charakater mit geringer (künstlerischer) Halbwertszeit zu entwickeln. Dient die Musik nur als Vehikel der technischen Vorführung und Versuchsanordnung oder entstehen tatsächlich innovative Soundwelten, die nur aufgrund der verwendeten Mittel so entstehen konnten. Schliesslich kann auch die Enthüllung über die Klang-Herkunft und das Wissen von Produktionsweisen das kreative Potential in der Wahrnehmung der Hörers auf- oder abwertet werden. Worin liegt also der Mehrwert bei kreativen Techniken angesichts der Subversion und Aneignung in den Klangkarambolagen des Bootlegging und warum ist nicht jeder "Für Elise" spielende Scanner ein orginärer Komponist? Anhand einiger Film-, Bild- und Musikbeispiele soll dieser Vortrag die Geheimnisse des Sound-Hackings aufspüren und das Problemfeld von Innovation und künstlerischer Kreativität beleuchten. Komplizen des Vortrags sind u.a. Voice Crack, Das Erste Wiener Gemüseorchester, Matmos, The User, Quarta 330, Modified Toy Orchestra, Electric Family, George Coleman.

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