22C3 - 2.2

22nd Chaos Communication Congress
Private Investigations

Niels Boeing

Die alte faustische Frage führte zunächst zu einem Studium der Physik und Philosophie in Aachen und Berlin, das 1995 mit einem Physik-Diplom endete. Das hermetische Leben in einem naturwissenschaftlichen Institut war dann aber doch nichts für mich. Die anhaltende Unruhe ließ mich erst einmal zum Globetrotter werden: Es ging nach Indien, Südostasien, Ozeanien, in die Anden. Dort verlor ich ein paar Illusionen über die Globalisierung. Die Lust daran, die Welt im Schreiben zu verstehen, nicht. Im Gegenteil.

Wieder zurück, folgten ab Ende 1996 erste journalistische Versuche bei Freitag, Woche und taz, kurz unterbrochen von einem Brotjob als Quizfragenschreiber. Vom Wirtschafts- und Umweltressort der taz ging es dann im Sommer 1998 zur Woche nach Hamburg. Im Wissenschaftsressort schrieb ich über Digitales, Technik und Naturwissenschaft, betreute zweieinhalb Jahre die Computerseite und entwickelte mit Ulrich Raschke ein Konzept für den Online-Relaunch der Woche - dem die Einstellung des Blattes 14 Tage zuvorkam. Von Oktober 2001 bis zum Ende der Woche im März 2002 leitete ich das Wissenschaftressort.

Die Begeisterung für Politik, Philosophie und das Internet führte außerdem zum Projekt "km 21.0". Gegründet 1990 mit Robert von Heusinger (Die Zeit) als lose Gruppe von Studenten, die abseits der Unis die großen Fragen der Zeit debattieren, hat es sich zum Online-Forum www.km21.org entwickelt.

Wenn mich das Schreiben nicht in Beschlag nimmt, tut es mein Plattenspieler. Forget MP3, es müssen analoge Schallplatten sein - im tollsten Stadtteil der Republik gibt es reichlich davon. Dem großartigen St. Pauli zum Trotz bleibe ich aber Fan des VfL Bochum.