22C3 - 2.2

22nd Chaos Communication Congress
Private Investigations

Referenten
Henriette Fiebig
Programm
Tag 3
Raum Saal 3
Beginn 23:00
Dauer 01:00
Info
ID 1111
Veranstaltungstyp Vortrag
Track Community
Sprache deutsch
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Hexenbesen und heiliger Gral

Vorläufige und subjektive Gedanken zur inhaltlichen Qualität von Wikipedia-Artikeln

Einige vorläufige und ausgesprochen subjektive Gedanken zur Artikelqualität in der Wikipedia aus der Sicht eines Geisteswissenschaftlers. Dabei interessiert weniger die Frage nach den sogenannten „Relevanzkriterien”, als vielmehr die Frage danach, inwieweit die Arbeitsweise in und mit der Wikipedia den Ansprüchen an eine wissenschaftliche Arbeitsweise genügt. Ein Anleitung auch für den, der sich fragt, ob man den Informationen eines Wikipedia-Artikels denn überhaupt trauen kann.

Die Wikipedia als Nachschlage- und Recherchewerkzeug hat sich inzwischen nicht nur bei den notorischen Nutzern des Internets durchgesetzt, auch im akademischen und schulischen Bereich wird sie gern als Informationsquelle genutzt. Allerdings haben Lehrer, Dozenten und wissenschaftlich Arbeitende Vorbehalte gegenüber der inhaltlichen Qualität der Artikel. Fachleute bemängeln häufig mangelnden oder nicht vorhandenen qualitativ überzeugenden Inhalt; die Urteile gehen dabei von „Unvollständig” über „nur marginale Informationen” bis hin zu „kompletter Blödsinn”. Aber ist das tatsächlich so? Oder haben wir es bei diesen Zeitgenossen nur mit Menschen zu tun, die ihre eigenen überzogenen Ansprüche auf ein Projekt übertragen, das sich noch im Entwicklungs- und Aufbaustadium befindet?

Es geht dabei nicht darum die Wikipedia als Enzyklopädie derer zu verteufeln, die von allem ein wenig, aber von nichts so richtig eine Ahnung haben. Es geht vielmehr um die Frage, wie man es schaffen kann, auch als Gelegenheitsschreiber in der Wikipedia auf Dauer die inhaltliche Qualität der Artikel zu sichern und als Fachfremder diese zu beurteilen. Eine wichtige Rolle wird auch die Frage danach spielen, ob und inwieweit die Wikipedia wissenschaftlichen Anforderungen an einen enzyklopädischen Text nachkommen sollte und ob sie das überhaupt kann. Dabei stellt sich auch die Frage danach, was denn das Besondere an der Wikipedia als Enzyklopädie ist und wo ihre inhaltlichen Stärken, aber auch Schwächen gegenüber den herkömmlichen Enzyklopädien liegen.

Anhand einiger Beispiel-Artikel aus aus eher unbekannten Themenbereichen der Geisteswissenschaften werden nicht nur die Schwierigkeiten erläutert, die ein Artikel-Ersteller zu bewältigen hat, sondern auch Möglichkeiten gezeigt, wie auch der Fachfremde die inhaltliche Qualität eines Artikels überprüfen kann.

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