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SIGINT 2012: Call for Papers veröffentlicht

Tuesday, January 10th, 2012

Vom 18. bis 20. Mai 2012 findet in Köln die SIGINT, die Konferenz für Hacker, Netzbewohner und Aktivisten, statt.

Unser Beitragsaufruf (“Call for Papers”) ist jetzt online und kann unter http://sigint.ccc.de/Beitragsaufruf begutachtet werden.

Worum es geht? Um die Zukunft, wie schon 2009 und 2010 (2011 fiel die SIGINT aus, um dem Camp den nötigen Platz im Kalender zu geben).

In den letzten Jahren wird die Signaldichte höher, doch obwohl wir immer mehr Input aufnehmen, rücken holistische Entwürfe in immer weitere Ferne, bestimmen Reduktion und Effizienz die Identitäten der Menschen, statt ganzheitliche Ansätze. Immer mehr Informationen zu immer kleineren Zusammenhängen befördern ein fragmentarisches Weltbild, das schließlich im hyperverlinkten Internet seinen deutlichsten Ausdruck gefunden hat.

Aus der Nähe betrachtet scheinen die Elemente chaotisch und ungeordnet, aus der Entfernung aber präsentieren sie sich als Einheit. Die Komplexität wird abstrahiert: Foren, Blogs, Image Boards, private Webseiten und IRC-Chaträume werden von Politik und Presse zur Internet Community addiert.
Die Struktur des Netzes besteht aus zahlreichen Bausteinen – bis auf das letzte Bit, auf das letzte Elektron können wir Systeme identifizieren und ihre Funktionen und Attribute analysieren. Das Verhalten von Computern erscheint uns dennoch willkürlich, Programmfehler bleiben Jahrzehnte unentdeckt und die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft unverstanden.

Die SIGINT sucht danach, den Widerspruch zwischen dem Kleinen und dem Großen, dem Chaotischen und der Strukur, dem Einzelnen und der Masse zu überwinden. Wir wollen die Baupläne der Zukunft entwerfen und Systeme bauen, die besser funktionieren als die alten, starren Gebilde des letzten Jahrtausends, und dabei den Blick für Systeme als Ganzes nie verlieren.

Als Veranstaltung des CCC pflegen wir weiterhin die Tradition des kreativen Technikumgangs und des sozialverträglichen Hacksports. Nur durch unabhängige und ergebnisoffene Zerforschung können Pfadabhängigkeiten und Algorithmen von technischen Systemen und Gesellschaftsformen einer kritischen Revision unterzogen werden. Für uns ist das Ausdruck einer persönlichen digitalen Selbstverteidigung, die schließlich in einen Hacktivismus für Menschenrechte münden muss.

Wie in den letzten Jahren wollen wir mit der Veranstaltung aktiv in die deutschsprachige und europäische Diskussion eingreifen, dabei sind uns folgende Themen besonders wichtig:

  • Ansätze zu einem zeitgemäßen politischen Handeln
  • Demokratie 2.1
  • Repression
  • Systeme
    • purpose and effect
    • Ethik und Informationstechnik
    • Hackerethik 3.0
    • inherently absent security
    • Entropie und Ordnung
  • Konflikte zwischen Individuum und Masse
    • soziale Netzwerke
    • öffentlicher und privater Raum
  • Wahrnehmung
    • augmented Reality
    • social hacking
  • alternative worlds
    • hackerspaces
    • communities
    • deep web
  • Baupläne
    • Programmiersprachen und Paradigmen
    • Entwürfe für eine neue Welt
    • Technologien, Trends
    • Bildung, Zertifizierung oder Autodidakten

    Über Einreichungen von Vorträgen, Performances oder etwas völlig anderem, das in losem Zusammenhang mit den Themen steht, freuen wir uns. Dabei müssen wir allerdings auch eine Auswahl vornehmen. Überrascht uns!

    Nächste SIGINT in 2012

    Tuesday, December 7th, 2010

    For English version, see below.

    Nach ihrem Debüt im Mai 2009 und der erfolgreichen Fortsetzung im Mai 2010 ist die Konferenz zu den Diskursen im digitalen Zeitalter – SIGINT – des CCC in Köln zu einer regelmäßigen Veranstaltung geworden. In dieser Tradition werden wir auch im Jahr 2012 wieder eine SIGINT ausrichten.

    Mit der Pause in 2011 unterstützen wir das Chaos Communication Camp. Dieses findet alle vier Jahre (10. bis 14. August 2011) in Finowfurt bei Berlin.

    Eine abgespeckte Version der SIGINT würde der thematischen Breite der Veranstaltung nicht gerecht werden. Die Planung wird im Sommer 2011 beginnen und an gewohnter Stelle bekannt gegeben.

    Wir freuen uns darauf die nächste SIGINT 2012 wieder in gewohnter Größe und inhaltlicher Vielfalt in Köln anzubieten.


    Next SIGINT in 2012

    After its debut in May 2009 and successful sequel in May 2010 SIGINT in Cologne became a regular CCC event. We will keep this tradition in 2012.

    We’ll be taking a break in 2011 to support the Chaos Communication Camp. This event takes place every four years, with 2011 seeing its next iteration in Finowfurt near Berlin from August 10th through August 14th.

    A downsized version of SIGINT would, in our opinion, reduce the possible scope of subjects we could cover, as well as affecting the depth of detail. Conference planning will start Summer 2011 and will be announced in the usual place.

    We anticipate hosting next SIGINT in 2012 – unabridged and undiluted – in Cologne, Germany.

    SIGINT10 recordings available

    Wednesday, July 28th, 2010

    Some of you might have already noticed that the biggest part of this year’s SIGINT recordings were published on ftp.ccc.de. These videos are also available for online viewing in your web browser in our media archive. (more…)

    Hardhack / SIGINT 2010: We are looking for your hardware hacking workshops!

    Monday, May 10th, 2010

    SIGINT 2010 also hosts Hardhack, the open hardware hacking workshop event. There are still slots available in the workshop programme, so apply for one now!

    Here’s how to do it, in the form of a very special message from the organizers of the Hardhack sub-conference:


    hardhack will be all hands-on workshops and/or demos. what does that mean? that means that there will be no powerpoint presentations, no blah blah, only hands-on workshops or demonstrations. there will be no video projectors, so if you require that for your workshop, please rethink and prepare printed or digital handouts to convey the information you need to share.

    example topics for hands-on workshops or demos at hardhack (these are not limiting, be creative!): building hardware from a kit you designed, reverse engineering existing hardware, wearables, washable circuitry, building sensors from scratch, 3d printing, diy manufacturing, reversing firmware on existing hardware, open source hardware, fun with embedded device firmware, blinky stuff, robotics, audio hardware, vehicle modding, circuit design, or anything fun your brain can output for a hardhack workshop.

    submit your workshop/demo to mail att hardhack dott org with the following info:

    • workshop/demo title
    • workshop/demo description
    • workshop/demo time requirement (please estimate as well as you can)
    • your contact info: email, website, cellphone number
    • approximate parts cost for participants (kits or other materials you will provide)
    • required and suggested materials for participants to bring (examples: laptop, usb/serial adaptor, hackable stuff)
    • any questions you may have

    once workshops are accepted, there will be a sign up list for each workshop to determine which ones make the cut. this reduces the empty / too-full workshop syndrome and allow for a maximum of hardware hacking! hardhack will be a sub-conference of SIGINT this year, and all entry costs for participants will apply. travel costs for persons giving workshops at hardhack can not be covered, but the entry cost to SIGINT will be covered. the call for workshops for hardhack is separate from the call for papers for SIGINT, you are free to apply to both if you like. selling kits for your workshop is fine, but please keep the costs fair and transparent from the beginning. hardhack will have the space for about 200 participants, sign ups for workshop participation will go online as soon as each workshop is approved.

    any questions? mail att hardhack dott org.

    Der Datenbrief bei der SIGINT

    Thursday, May 6th, 2010

    sigint 2010

    Auf der SIGINT 2010 vom 22. bis 24. Mai im Kölner Mediapark wird auch die Idee des Datenbriefes diskutiert werden. Frank Rosengart wird am 23. Mai (!) um 12 Uhr das Konzept vorstellen, dessen wichtigstes Ziel es ist, etwas mehr Transparenz in den Datendschungel zu bringen.

    Der Chaos Computer Club schlägt vor, eine Art Kontoauszug für persönliche Daten einzuführen. Einmal jährlich sollen Firmen ihre Kunden und Behörden die Bürger über die gespeicherten Daten informieren. Und auch darüber, ob Daten weitergegeben worden sind und warum. Ein positiver Nebeneffekt soll es sein, daß eine unnötige langfristige Speicherung von Daten damit zur Belastung wird und Firmen vielleicht darüber nachdenken, ob man sie nicht einfach löschen kann. Dafür bringt der Datenbrief zwar einige Bürokratie mit sich, kleine Unternehmen sollen aber ausgenommen werden.

    Der betroffene Bürger soll endlich einen Überblick bekommen, wer was über ihn weiß. Dafür müßten sich die Firmen und Behörden ein gutes Stück weit in die Karten schauen lassen – schließlich soll der Datenbrief auch berechnete Daten wie Scoring-Werte enthalten.

    Seit die Idee veröffentlicht wurde, gab es einerseits breite Zustimmung, andererseits auch viel Kritik. Die größte Überraschung war die Reaktion des Bundesinnenministeriums, das prompt zu einem Gedankenaustausch über eine mögliche Umsetzung einlud. Jetzt ist es an der Zeit, Kritik aufzunehmen und den Vorschlag nochmal zu justieren. Franks Vortrag gibt dazu einen Überblick über das Konzept des Datenbriefes, mögliche Probleme bei der praktischen Umsetzung und über die Gegenargumente aus Politik und Wirtschaft.

    Mitdiskutieren ist explizit erwünscht.

    Wer ansonsten weiter auf dem Laufenden bleiben möchte, sollte übrigens den SIGINT10-Twitter verfolgen.

    SIGINT 2010: Der Fahrplan ist da!

    Wednesday, May 5th, 2010

    Die SIGINT ist eine Konferenz zu den Diskursen im digitalen Zeitalter, veranstaltet vom Chaos Computer Club e. V. im KOMED in Köln, Deutschland, vom 22. bis 24. Mai 2010. Bei der SIGINT geht es um Mitwirkung und Veränderungen, um gesellschaftspolitische Forderungen und Utopien, um Hacktivismus, kreative Normverletzungen und Spaß am Gerät.

    Der Fahrplan wurde am ersten Mai veröffentlicht und ist hier einzusehen.

    Auf Netzbewohner und Aktivisten wartet unter anderem: ein Panel und Vorträge zu ELENA und dem digitalen Steuerbürger, ein (lösungsorientiertes!) Panel zu den Anforderungen an ein neues Urheberrecht, ein international besetztes Podium zum Thema Frauen & Geek-Kultur, eine Rundreise durch die Welt der Internet-Zensur, praktische Anleitung zur Zensurumgehung, Anonymität im Netz, Update zum Modell der Kulturflatrate, Vorträge zu den Themen Internetkriminalität, Botnets, Open Government, Hacking Digitized Cities, Globalisierung der Überwachung und Datenschutzaktivismus, Open Music und freie Musikkultur, Identitäts-Kriege, der Suche nach dem “imaginären Eigentum”, Culture Jamming und Medienaktivismus, Politikerneusprech, Geschichte der Piraten (in der Karibik, nicht in der Parteienlandschaft) und die europäische Uraufführung eines vielbeachteten Dokumentarfilms zu Interactive Fiction und Textadventures.

    Aber das ist noch nicht alles. Hacker, Hackerinnen und sonstige tastaturbedienende Spezies sowie technisch kreative Zwergkaninchen können sich u. a. freuen auf: Vorträge und Workshops zum Hacking von Mobiltelefonen und EU Radio Spectrum Policy, „esoterische“ Programmiersprachen, Programmieren in der Demoscene, Keykeriki V2, das Abfangen von Tastaturabfragen via Funk sowie, natürlich, für die Chaos-Familie: das übliche Chaos-Familien-Duell und den Chaos-Jahresrückblick.

    Neu ist, daß die SIGINT dieses Jahr gemeinsam mit der Hardhack stattfinden wird. Diese richtet sich besonders an “Maker”, Baustler und alljene, die gerne den Lötkolben schwingen.

    Die Eintrittspreise liegen bei 60 Euro für eine Dauerkarte (gültig alle drei Tage), 30 Euro für eine Tageskarte, 40 Euro ermäßigt (nur für Schüler) sowie 250 Euro für ein Business-Ticket. Alle Karten sind ausschließlich an der Tageskasse gegen Bargeld erhältlich.

    SIGINT 2010: Call for Papers veröffentlicht

    Friday, January 8th, 2010

    Vom Samstag, den 22. Mai bis Pfingstmontag, den 24. Mai 2010 findet in Köln die SIGINT, die Konferenz für Hacker, Netzbewohner und Aktivisten, statt.

    Unser Beitragsaufruf (“Call for Papers”) ist jetzt online und kann unter https://events.ccc.de/sigint/2010/wiki/Beitragsaufruf begutachtet werden.

    Worum geht es? Um die Zukunft!

    Die Welt der Atome und die Welt der Bits funktionieren nach vollständig unterschiedlichen Prämissen. Dort, wo sie aufeinanderstoßen (und das geschieht in letzter Zeit immer häufiger), ergeben sich für die Gesellschaft Spannungen, Chancen und Chaos, das es zu erforschen gilt.
    Die Bedeutung von immateriellen Gütern nimmt immer weiter zu, während die Produktionskosten sinken. Traditionelle Märkte verlagern sich in den virtuellen Raum, die Musikindustrie verdient ihr Geld mit Handytönen und Ideen kommen direkt aus dem 3D-Drucker, während liebgewonnene soziologische Begrifflichkeiten zum World Processing wie die Arbeiterklasse komplett nach China ausgesourct werden. Identitäten werden in sozialen Netzwerken jenseits von Nationen und Geschlechtern konstruiert, und trotzdem gibt es immer noch die Welt der Dinge und der Internetausdrucker als allzu gegenwärtigen Gegenpol. Es ist grade dieser Verlust von Schranken, der einerseits den totalen Überwachungsstaat ermöglicht und andererseits den Individuen bisher unbekannte Möglichkeiten der Entfaltung bietet, bis zum Horizont und viel weiter.

    Es geht um neue und alte Räume. In der digitalen Gentrifizierung, in der Auseinandersetzung um die Grenzen der Stadt – dort wo sich das Neue und das Alte begegnen, findet ein Machtkampf statt. Burn the land and boil the sea, you can’t take the Net from me: Es ist diese Frontier und ihr Spirit, die treibende Kraft hinter Fortschritt und Reaktion, die uns auf der SIGINT beschäftigt. Es geht um Verstecke und Ninjas, offene Meere und Piraten, aber besonders um die Konsolen-Cowboys und -Cowgirls und wen auch immer und um das grenzenlose Neuland, wo Signale nicht zu stoppen sind und die Sonne niemals am Monitor spiegelt.

    Wir wollen mit der Veranstaltung aktiv in die deutschsprachige und europäische Diskussion eingreifen, dabei sind uns folgende Themen besonders wichtig:

    • Highspeed-Internet und Society – Auswirkungen und Motivation
    • Persönlichkeitsrechte in der Gegenwart
      • Soziale Netzwerke, Phototagging
      • “Das Internet vergisst nicht”?
    • Bitrot
      • “Wo ist das Zeug von vor fünf Jahren?”, die digitale Apokalypse
    • Filesharingnetze
      • ACTA, Vergütungsmodelle, Urheberrecht
    • Individueller Personennahverkehr
      • Kennzeichenscanner, Streettrains, GPS-Geräte
    • Wissen und Bildung
      • Wikipedia, E-Learning
      • Google Books: die “letzte Bibliothek”
    • Biohacking
      • Wem gehören Gendaten?
      • Bodyhacking, Hörgeräte und Prothesen
    • Kritische Auseinandersetzung mit Eliten im digitalen Raum
    • Realitätsabgleich CCTV
    • Mensch und Informationsflut, der Mensch als Produzent und Konsument von Informationen
      • Aufmerksamkeitsökonomie, Paranoia
      • Signal-Rausch-Verhältnis
      • “Private Daten schützen, öffentliche Daten nützen”?
      • Medienkompetenz und digitale Selbstverteidigung
    • Retrofuturismus, historische Vorstellungen über die Zukunft
    • Verschlüsselung
      • Gesellschaftliche Einsatzfelder und Folgen, Dual-use
    • Ubiquitous Computing
    • Mensch und Malware
    • GSM-Netze

    Diese Liste ist im Zweifelsfall als Anregung zu verstehen. Unser Diskurs soll weit reichen, und wir werden jede interessante Einreichung mit Wohlwollen begutachten. Dabei müssen wir allerdings auch eine Auswahl vornehmen. Überrascht uns!

    SIGINT 2009 audio and video recordings available

    Saturday, September 12th, 2009

    “For every month of preparation time that you did not have before recording an event add three months of work afterwards”. That might be a rule of thumb. Well, we had five days after spontaneously deciding to stand in and record SIGINT 2009. Due to the short preparation and setup time audio distortions occurred. If it would only have been for the notorious 50Hz/60Hz hum. Fortunately we were able to restore anything. Unfortunately this had to be done by hand.

    But now the recordings have finally materialized! While most of the lectures were held in german there is also some english material available. The encoded SIGINT Video and Audio Recordings can be directly retrieved from ftp.ccc.de. Most people might prefer streaming video via media.ccc.de. We recorded in 720×576 DV, Stereo. The encoding was done in H.264 with AAC in an MP4 container.

    For most of us recording and video-editing were a first-timer; an exception were the encoding people. While it was a hassle most of the time it was a chance to play with interesting hardware and learn something. Thanks to anyone who helped!

    The recordings are licensed under a Creative-Commons-Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Germany license. Please consider spreading and mirroring.

    In the next few weeks a SIGINT-Doku will likely be made available.

    Update: Torrent of all available audio materials

    Tag 3: „Die Zukunft …

    Tuesday, May 12th, 2009

    … soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

    Das zentrale Motto des dritten Tages lautet „The Future of Everything“. Gleich zwei Mal taucht das Thema Vergütungsmodelle auf: Zuerst in einem Workshop über „Pauschale Vergütungsmodelle“ mit Malte Spitz und Volker Grassmuck. Später am Tag wird in einem von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Podium über „Alternative Vergütungsmodelle“ diskutiert. Insbesondere sollen dabei die Probleme der nicht-kommerziellen Online-Publizierung erörtert werden.

    Über das Recht des Individuums auf Selbstverwirklichung geht es in Miriam Ommelns Vortrag „Cui bono? Fragmentarisierung von Information“. Darin wird gezeigt, wie die Open-Source-Bewegung Technik schafft, die auch die Gesellschaft beeinflusst.

    Eine Frage des gegenseitigen Vertrauens behandelt „Wie viel Öffentlichkeit braucht der Staat? Wie viel Öffentlichkeit verträgt das Geschäftsmodell?“. Die Kontrollmechanismen der Wirtschaft und des Staates basieren auf Verschlossen- und Verschwiegenheit, wodurch Schlupflöcher zur Gewinnung von Profit geschaffen werden. Dieses System hat zur aktuellen Finanzkrise geführt, soll aber – wenn es nach dem Willen des Staates und der Wirtschaft geht – beibehalten werden.

    In der Science-Fiction Zukunft mangelt es an Nichts: Was fehlt wird „repliziert“. Einen ersten Ausblick auf die Herstellung von Produkten in den eigenen vier Wänden zeigt „Es gibt keinen Löffel? Dann druck doch einen neuen aus!“. Mittels eines 3D-Printers können Produkte auf schnelle Weise hergestellt und deren Vorlagen ausgetauscht werden. In wie weit die Form dabei noch eine Rolle spielt, stellt Oona Leganovic in ihrem Vortrag „The Aesthetics of our Artificial Habitat“ vor, insbesondere wie mensch als Cyborg sein wird. Wer seinen Körper nicht „pimpen“ möchte, hat die Möglichkeit sich in unsterbliche Computersoftware zu verwandeln. Informationen dazu gibt Christian Heller in „ Mind Upload Cheat Codes“ – und dazu reicht heutige und von vielen bereits verwendete Technologie vollkommen aus.

    SIGINT 2009: Unsicher am zweiten Tag

    Saturday, May 9th, 2009

    Tag 2 der SIGINT 2009 hat es in sich. Von morgens bis abends wird ein hochkarätiges Programm für jeden Geschmack geboten. Das Motto des Tages lautet “Pranks, Bugs, and Insecurities”, zu Deutsch „Schabernack, Systemfehler und Unsicherheiten“.

    Den Auftakt macht FX of Phenoelit mit einer einleitenden Keynote, dessen Inhalt wir hier nicht leaken werden. Apropos leaken… Das „Enthüllungsportal“ wikileaks wird über die „Antizensur in Hochzeiten politischen Opportunismus und Kontrollwahns“, im speziellen über die Verwendung der Enthüllungen als politisches Mittel, berichten.

    Neben der Enthüllung bietet „Bloggen gegen Überwachung“ die Möglichkeit eine Gegenöffentlichkeit für den eigenen Standpunkt zu schaffen. Anne Roth fing aus Eigeninteresse an zu bloggen, nachdem ihr Freund in das Visier der Terrorfahndung gelang und sich das Privatleben der Familie fortan unter den wachsamen Augen des Staates abzuspielen hatte.

    Ebenfalls im Visier des Staates befinden sich Computerspiele, die von Politikern viel häufiger pauschal als „Tötungstrainingssoftware“ betitelt werden, denn als gleichwertiges Kulturgut neben Büchern und Film angesehen werden. In dem von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Panel „Computerspiele in der Gesellschaft“ bieten wir euch die Möglichkeit mit Vertretern von Spieleherstellern und Spielern sowie Politik und Wissenschaft diskutieren.

    Wie mit Alltagsgegenständen Musik gemacht wird, zeigt Waltraud Blischke in ihrem Vortrag zu „The Art of Sound Hacking“. Jeder kann Künstler sein, jeder kann mitmachen. Lediglich die Bedienung eines Lötkolbens für Hardwarehacking erweist sich als günstige Vorraussetzung.

    Wer es lieber passiv kulturell mag, findet in der Lesung „Am Ende der Leitung“ der österreichischen Vereins quintessenz einen möglichen Ausblick auf die Bürgerrechte, den Datenschutz und die Überwachung in einer Zukunft, in der jeder alles über jeden weiß.