Archive for the ‘SIGINT’ Category

Der Datenbrief bei der SIGINT

Thursday, May 6th, 2010

sigint 2010

Auf der SIGINT 2010 vom 22. bis 24. Mai im Kölner Mediapark wird auch die Idee des Datenbriefes diskutiert werden. Frank Rosengart wird am 23. Mai (!) um 12 Uhr das Konzept vorstellen, dessen wichtigstes Ziel es ist, etwas mehr Transparenz in den Datendschungel zu bringen.

Der Chaos Computer Club schlägt vor, eine Art Kontoauszug für persönliche Daten einzuführen. Einmal jährlich sollen Firmen ihre Kunden und Behörden die Bürger über die gespeicherten Daten informieren. Und auch darüber, ob Daten weitergegeben worden sind und warum. Ein positiver Nebeneffekt soll es sein, daß eine unnötige langfristige Speicherung von Daten damit zur Belastung wird und Firmen vielleicht darüber nachdenken, ob man sie nicht einfach löschen kann. Dafür bringt der Datenbrief zwar einige Bürokratie mit sich, kleine Unternehmen sollen aber ausgenommen werden.

Der betroffene Bürger soll endlich einen Überblick bekommen, wer was über ihn weiß. Dafür müßten sich die Firmen und Behörden ein gutes Stück weit in die Karten schauen lassen – schließlich soll der Datenbrief auch berechnete Daten wie Scoring-Werte enthalten.

Seit die Idee veröffentlicht wurde, gab es einerseits breite Zustimmung, andererseits auch viel Kritik. Die größte Überraschung war die Reaktion des Bundesinnenministeriums, das prompt zu einem Gedankenaustausch über eine mögliche Umsetzung einlud. Jetzt ist es an der Zeit, Kritik aufzunehmen und den Vorschlag nochmal zu justieren. Franks Vortrag gibt dazu einen Überblick über das Konzept des Datenbriefes, mögliche Probleme bei der praktischen Umsetzung und über die Gegenargumente aus Politik und Wirtschaft.

Mitdiskutieren ist explizit erwünscht.

Wer ansonsten weiter auf dem Laufenden bleiben möchte, sollte übrigens den SIGINT10-Twitter verfolgen.

SIGINT 2010: Der Fahrplan ist da!

Wednesday, May 5th, 2010

Die SIGINT ist eine Konferenz zu den Diskursen im digitalen Zeitalter, veranstaltet vom Chaos Computer Club e. V. im KOMED in Köln, Deutschland, vom 22. bis 24. Mai 2010. Bei der SIGINT geht es um Mitwirkung und Veränderungen, um gesellschaftspolitische Forderungen und Utopien, um Hacktivismus, kreative Normverletzungen und Spaß am Gerät.

Der Fahrplan wurde am ersten Mai veröffentlicht und ist hier einzusehen.

Auf Netzbewohner und Aktivisten wartet unter anderem: ein Panel und Vorträge zu ELENA und dem digitalen Steuerbürger, ein (lösungsorientiertes!) Panel zu den Anforderungen an ein neues Urheberrecht, ein international besetztes Podium zum Thema Frauen & Geek-Kultur, eine Rundreise durch die Welt der Internet-Zensur, praktische Anleitung zur Zensurumgehung, Anonymität im Netz, Update zum Modell der Kulturflatrate, Vorträge zu den Themen Internetkriminalität, Botnets, Open Government, Hacking Digitized Cities, Globalisierung der Überwachung und Datenschutzaktivismus, Open Music und freie Musikkultur, Identitäts-Kriege, der Suche nach dem “imaginären Eigentum”, Culture Jamming und Medienaktivismus, Politikerneusprech, Geschichte der Piraten (in der Karibik, nicht in der Parteienlandschaft) und die europäische Uraufführung eines vielbeachteten Dokumentarfilms zu Interactive Fiction und Textadventures.

Aber das ist noch nicht alles. Hacker, Hackerinnen und sonstige tastaturbedienende Spezies sowie technisch kreative Zwergkaninchen können sich u. a. freuen auf: Vorträge und Workshops zum Hacking von Mobiltelefonen und EU Radio Spectrum Policy, „esoterische“ Programmiersprachen, Programmieren in der Demoscene, Keykeriki V2, das Abfangen von Tastaturabfragen via Funk sowie, natürlich, für die Chaos-Familie: das übliche Chaos-Familien-Duell und den Chaos-Jahresrückblick.

Neu ist, daß die SIGINT dieses Jahr gemeinsam mit der Hardhack stattfinden wird. Diese richtet sich besonders an “Maker”, Baustler und alljene, die gerne den Lötkolben schwingen.

Die Eintrittspreise liegen bei 60 Euro für eine Dauerkarte (gültig alle drei Tage), 30 Euro für eine Tageskarte, 40 Euro ermäßigt (nur für Schüler) sowie 250 Euro für ein Business-Ticket. Alle Karten sind ausschließlich an der Tageskasse gegen Bargeld erhältlich.

SIGINT News

Tuesday, February 23rd, 2010

sigint 2010

Die SIGINT 2010, organisiert vom CCC, wird vom 22. bis 24. Mai 2010 im Kölner Mediapark stattfinden, der Call for Papers läuft schon eine Weile. Wer immer aktuell informiert sein will, kann jetzt auch den Twitter verfolgen.

SIGINT ist eine Kontraktion aus SIGnal INTelligence, das in etwa Fernmeldeaufklärung oder elektronische Aufklärung bedeutet.

SIGINT 2010: Call for Papers veröffentlicht

Friday, January 8th, 2010

Vom Samstag, den 22. Mai bis Pfingstmontag, den 24. Mai 2010 findet in Köln die SIGINT, die Konferenz für Hacker, Netzbewohner und Aktivisten, statt.

Unser Beitragsaufruf (“Call for Papers”) ist jetzt online und kann unter https://events.ccc.de/sigint/2010/wiki/Beitragsaufruf begutachtet werden.

Worum geht es? Um die Zukunft!

Die Welt der Atome und die Welt der Bits funktionieren nach vollständig unterschiedlichen Prämissen. Dort, wo sie aufeinanderstoßen (und das geschieht in letzter Zeit immer häufiger), ergeben sich für die Gesellschaft Spannungen, Chancen und Chaos, das es zu erforschen gilt.
Die Bedeutung von immateriellen Gütern nimmt immer weiter zu, während die Produktionskosten sinken. Traditionelle Märkte verlagern sich in den virtuellen Raum, die Musikindustrie verdient ihr Geld mit Handytönen und Ideen kommen direkt aus dem 3D-Drucker, während liebgewonnene soziologische Begrifflichkeiten zum World Processing wie die Arbeiterklasse komplett nach China ausgesourct werden. Identitäten werden in sozialen Netzwerken jenseits von Nationen und Geschlechtern konstruiert, und trotzdem gibt es immer noch die Welt der Dinge und der Internetausdrucker als allzu gegenwärtigen Gegenpol. Es ist grade dieser Verlust von Schranken, der einerseits den totalen Überwachungsstaat ermöglicht und andererseits den Individuen bisher unbekannte Möglichkeiten der Entfaltung bietet, bis zum Horizont und viel weiter.

Es geht um neue und alte Räume. In der digitalen Gentrifizierung, in der Auseinandersetzung um die Grenzen der Stadt – dort wo sich das Neue und das Alte begegnen, findet ein Machtkampf statt. Burn the land and boil the sea, you can’t take the Net from me: Es ist diese Frontier und ihr Spirit, die treibende Kraft hinter Fortschritt und Reaktion, die uns auf der SIGINT beschäftigt. Es geht um Verstecke und Ninjas, offene Meere und Piraten, aber besonders um die Konsolen-Cowboys und -Cowgirls und wen auch immer und um das grenzenlose Neuland, wo Signale nicht zu stoppen sind und die Sonne niemals am Monitor spiegelt.

Wir wollen mit der Veranstaltung aktiv in die deutschsprachige und europäische Diskussion eingreifen, dabei sind uns folgende Themen besonders wichtig:

  • Highspeed-Internet und Society – Auswirkungen und Motivation
  • Persönlichkeitsrechte in der Gegenwart
    • Soziale Netzwerke, Phototagging
    • “Das Internet vergisst nicht”?
  • Bitrot
    • “Wo ist das Zeug von vor fünf Jahren?”, die digitale Apokalypse
  • Filesharingnetze
    • ACTA, Vergütungsmodelle, Urheberrecht
  • Individueller Personennahverkehr
    • Kennzeichenscanner, Streettrains, GPS-Geräte
  • Wissen und Bildung
    • Wikipedia, E-Learning
    • Google Books: die “letzte Bibliothek”
  • Biohacking
    • Wem gehören Gendaten?
    • Bodyhacking, Hörgeräte und Prothesen
  • Kritische Auseinandersetzung mit Eliten im digitalen Raum
  • Realitätsabgleich CCTV
  • Mensch und Informationsflut, der Mensch als Produzent und Konsument von Informationen
    • Aufmerksamkeitsökonomie, Paranoia
    • Signal-Rausch-Verhältnis
    • “Private Daten schützen, öffentliche Daten nützen”?
    • Medienkompetenz und digitale Selbstverteidigung
  • Retrofuturismus, historische Vorstellungen über die Zukunft
  • Verschlüsselung
    • Gesellschaftliche Einsatzfelder und Folgen, Dual-use
  • Ubiquitous Computing
  • Mensch und Malware
  • GSM-Netze

Diese Liste ist im Zweifelsfall als Anregung zu verstehen. Unser Diskurs soll weit reichen, und wir werden jede interessante Einreichung mit Wohlwollen begutachten. Dabei müssen wir allerdings auch eine Auswahl vornehmen. Überrascht uns!

SIGINT 2009 audio and video recordings available

Saturday, September 12th, 2009

“For every month of preparation time that you did not have before recording an event add three months of work afterwards”. That might be a rule of thumb. Well, we had five days after spontaneously deciding to stand in and record SIGINT 2009. Due to the short preparation and setup time audio distortions occurred. If it would only have been for the notorious 50Hz/60Hz hum. Fortunately we were able to restore anything. Unfortunately this had to be done by hand.

But now the recordings have finally materialized! While most of the lectures were held in german there is also some english material available. The encoded SIGINT Video and Audio Recordings can be directly retrieved from ftp.ccc.de. Most people might prefer streaming video via media.ccc.de. We recorded in 720×576 DV, Stereo. The encoding was done in H.264 with AAC in an MP4 container.

For most of us recording and video-editing were a first-timer; an exception were the encoding people. While it was a hassle most of the time it was a chance to play with interesting hardware and learn something. Thanks to anyone who helped!

The recordings are licensed under a Creative-Commons-Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Germany license. Please consider spreading and mirroring.

In the next few weeks a SIGINT-Doku will likely be made available.

Update: Torrent of all available audio materials

SIGINT 2009: Licht in den Vorratsdatendschungel

Friday, May 15th, 2009

Neben der momentanen Aufregung um Zensur in der Netzgemeinde sollten wir nicht vergessen, dass es auch anderswo Probleme gibt. Mittlerweile ist die Vorratsdatenspeicherung bei Internet-Service-Providern europaweit eingeführt. Auch in Deutschland wird das Kommunikationsverhalten bis zu 6 Monate lang elektronisch festgehalten. Alle Provider ziehen mit. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Eine dieser Ausnahmen vertritt Dr. Marc Schütze, Anwalt des Providers QSC. Am ersten Tag hält er einen Vortrag zum Stand der Vorratsdatenspeicherung. Was Dr. Schütze erreicht hat, ist eine kleine juristische Sensation. So konnte er nicht nur gerichtlich eine Ausnahme von der Vorratsdatenspeicherung erwirken, sondern auch der Regulierungsbehörde untersagen lassen, dass QSC mit einer Geldstrafe zum Mitmachen bei der Datenschnüffelei gezwungen wird. Zivilcourage im Unternehmen oder Social Hacking mit dem Gesetzbuch könnte man das wohl nennen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ISPs, die sich über Möglichkeiten zur Rückgratstärkung informieren wollen, möchten möglicherweise ihr Unternehmen auf die Möglichkeit zur beruflichen Weiterbildung durch einen Besuch auf der SIGINT in Köln hinweisen. Und wenn sich ein weiterer ISP der Datensammelwut entgegenstellt, haben wir alle was davon.

SIGINT 2009: Angelika Express

Friday, May 15th, 2009

Die SIGINT endet mit einem Konzert. Aber nicht irgendein Konzert, vielmehr freuen wir uns alle auf Angelika Express aus Köln, die uns ganz besonders gut in den Kram passen.

Angelika Express gehen nicht nur mit dem Verkauf ihrer Band als Aktie völlig neue Wege in einer Welt, in der die Musikindustrie ansonsten bestrebt ist, Hörerinnen und Hörer für ihr gescheitertes Geschäftsmodell zu bestrafen, sie präsentieren auf dem Konzert auch einen Track, der sonst gar nicht zum Live-Programm gehört, aber zum kulturellen Programm der SIGINT und zum Kunstwerk in Zeiten seiner digitalen Vervielfältigung passt wie der Faust aufs Gretchen:

<a href="http://angelikaexpress.bandcamp.com/track/<br /> copyright-killer">Copyright Killer by Angelika Express</a>

Den Song gibt es auch als MP3-Download und dazu noch mehr. Angelika Express gibt es auch als Homepage, Myspace, Twitter, Facebook, Gaga gogo trallafitti.

Unsere Freude über dieses Konzert (das für alle Besucher der Konferenz kostenlos ist) können wir nur schwer im Zaum halten. Goldener Trash!

SIGINT 2009: Zwitscher!

Thursday, May 14th, 2009

Immer noch zu wenig bekannt: Allerletzte Nachrichten und Tipps und Tricks zur SIGINT gibt es auch im Kurznachrichtendienst Twitter unter http://twitter.com/sigint09

Tag 3: „Die Zukunft …

Tuesday, May 12th, 2009

… soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

Das zentrale Motto des dritten Tages lautet „The Future of Everything“. Gleich zwei Mal taucht das Thema Vergütungsmodelle auf: Zuerst in einem Workshop über „Pauschale Vergütungsmodelle“ mit Malte Spitz und Volker Grassmuck. Später am Tag wird in einem von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Podium über „Alternative Vergütungsmodelle“ diskutiert. Insbesondere sollen dabei die Probleme der nicht-kommerziellen Online-Publizierung erörtert werden.

Über das Recht des Individuums auf Selbstverwirklichung geht es in Miriam Ommelns Vortrag „Cui bono? Fragmentarisierung von Information“. Darin wird gezeigt, wie die Open-Source-Bewegung Technik schafft, die auch die Gesellschaft beeinflusst.

Eine Frage des gegenseitigen Vertrauens behandelt „Wie viel Öffentlichkeit braucht der Staat? Wie viel Öffentlichkeit verträgt das Geschäftsmodell?“. Die Kontrollmechanismen der Wirtschaft und des Staates basieren auf Verschlossen- und Verschwiegenheit, wodurch Schlupflöcher zur Gewinnung von Profit geschaffen werden. Dieses System hat zur aktuellen Finanzkrise geführt, soll aber – wenn es nach dem Willen des Staates und der Wirtschaft geht – beibehalten werden.

In der Science-Fiction Zukunft mangelt es an Nichts: Was fehlt wird „repliziert“. Einen ersten Ausblick auf die Herstellung von Produkten in den eigenen vier Wänden zeigt „Es gibt keinen Löffel? Dann druck doch einen neuen aus!“. Mittels eines 3D-Printers können Produkte auf schnelle Weise hergestellt und deren Vorlagen ausgetauscht werden. In wie weit die Form dabei noch eine Rolle spielt, stellt Oona Leganovic in ihrem Vortrag „The Aesthetics of our Artificial Habitat“ vor, insbesondere wie mensch als Cyborg sein wird. Wer seinen Körper nicht „pimpen“ möchte, hat die Möglichkeit sich in unsterbliche Computersoftware zu verwandeln. Informationen dazu gibt Christian Heller in „ Mind Upload Cheat Codes“ – und dazu reicht heutige und von vielen bereits verwendete Technologie vollkommen aus.

SIGINT 2009: Unsicher am zweiten Tag

Saturday, May 9th, 2009

Tag 2 der SIGINT 2009 hat es in sich. Von morgens bis abends wird ein hochkarätiges Programm für jeden Geschmack geboten. Das Motto des Tages lautet “Pranks, Bugs, and Insecurities”, zu Deutsch „Schabernack, Systemfehler und Unsicherheiten“.

Den Auftakt macht FX of Phenoelit mit einer einleitenden Keynote, dessen Inhalt wir hier nicht leaken werden. Apropos leaken… Das „Enthüllungsportal“ wikileaks wird über die „Antizensur in Hochzeiten politischen Opportunismus und Kontrollwahns“, im speziellen über die Verwendung der Enthüllungen als politisches Mittel, berichten.

Neben der Enthüllung bietet „Bloggen gegen Überwachung“ die Möglichkeit eine Gegenöffentlichkeit für den eigenen Standpunkt zu schaffen. Anne Roth fing aus Eigeninteresse an zu bloggen, nachdem ihr Freund in das Visier der Terrorfahndung gelang und sich das Privatleben der Familie fortan unter den wachsamen Augen des Staates abzuspielen hatte.

Ebenfalls im Visier des Staates befinden sich Computerspiele, die von Politikern viel häufiger pauschal als „Tötungstrainingssoftware“ betitelt werden, denn als gleichwertiges Kulturgut neben Büchern und Film angesehen werden. In dem von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Panel „Computerspiele in der Gesellschaft“ bieten wir euch die Möglichkeit mit Vertretern von Spieleherstellern und Spielern sowie Politik und Wissenschaft diskutieren.

Wie mit Alltagsgegenständen Musik gemacht wird, zeigt Waltraud Blischke in ihrem Vortrag zu „The Art of Sound Hacking“. Jeder kann Künstler sein, jeder kann mitmachen. Lediglich die Bedienung eines Lötkolbens für Hardwarehacking erweist sich als günstige Vorraussetzung.

Wer es lieber passiv kulturell mag, findet in der Lesung „Am Ende der Leitung“ der österreichischen Vereins quintessenz einen möglichen Ausblick auf die Bürgerrechte, den Datenschutz und die Überwachung in einer Zukunft, in der jeder alles über jeden weiß.